Kamen, 17.01.2020, von Holger Hohage

002-20 Einsatz Baufachberatung in Kamen

Am Dienstag, den 14.01.2020 wurde der Baufachberater des Technischen Hilfswerks (THW), Ortsverband Witten nach Kamen-Methler zur Beratung der Feuerwehr und des Bauamtes alarmiert.

Gegen 18:00 Uhr war dort ein 16m hohes Fassadengerüst von der rechten Gebäudeseite auf den Vorplatz gestürzt. Ein analoges Fassadengerüst stand noch an der linken Gebäudeseite. Durch unseren Baufachberater sollte für den Einsatzleiter der Feuerwehr die Standsicherheit der noch stehenden Gerüstkonstruktion beurteilt werden.

Aufgrund der Gefahrenlage hatte die Feuerwehr schon einen ausreichenden Sicherheitsabstand abgesperrt und die Leitung des angrenzenden Supermarktes die Geschäftsräume evakuiert. Somit konnte unser Baufachberater gleich die Standsicherheit der Gerüstkonstruktion beurteilen. Bei der Überprüfung des Fassadengerüstes, insbesondere der Verankerung, konnte die Standsicherheit nicht zweifelsfrei festgestellt werden.

In einer Lagebesprechung mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr, dem Bauamt und einer Vertreterin des Gebäudeeigentümers wurde entschieden, die noch stehende Gerüstkonstruktion zusätzlich zu sichern und die Bekleidung aus Planen abzunehmen, um die Windbelastung erheblich zu reduzieren.

Der schon am Einsatzort befindliche Zugführer des THW Kamen-Bergkamen erhielt vom Einsatzleiter den Auftrag die Sicherung Fassadengerüstes sofort durchzuführen. Hierzu wurden die Bergungsgruppe und die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung des THW Kamen alarmiert. Zur materiellen Ergänzung mit Gerüstsonderteilen und Dübelverankerungen wurde die Bergungsgruppe des THW Witten hinzugezogen. 
Nachfolgend wurde bis in die frühen Morgenstunden, das Gerüst mit Spanngurten an den Balkon erstgesichert, eine sekundäre Sicherung über bauaufsichtlich zugelassen Dübel und Spannanker erstellt, die Bekleidung (Plane) entfernt, die Eckpunkte über horizontale Diagonalen an den Balkonen gesichert und Anschlüsse des Treppenturms überarbeitet.

Die neuen Konstruktionselemente der Gerüstverankerung wurden durch unseren Baufachberater abgenommen und die Standsicherheit des Gerüstes für die Bauordnung bestätigt, um den Betrieb der Geschäfte am Morgen wieder zu gewährleisten. Die Nutzung als Arbeitsgerüst des Fassadengerüstes wurde zum Einsatzende gesperrt, weil im Einsatzverlauf nur die Standsicherheit der Gerüstkonstruktion sichergestellt wurde, nicht aber die Anforderungen als Arbeitsgerüst im Bereich der Sicherheit und Gesundheit erfüllt wurden.

Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, den Bauamt und dem THW Kamen verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten. Vom THW Witten war die Baufachberatung mit einer Stärke von 1/1/1=3 und die Bergungsgruppe mit einer Stärke von 0/1/1=2, also insgesamt 5 Helferinnen und Helfer des THW Witten im Einsatz. Der Einsatz endete um 04:00Uhr am Morgen.

Hinweise für den fachlich interessierten Leser:
Aufgrund seiner beruflichen Qualifikation als Bauingenieur und qualifizierter Tragwerksplaner ist uns Baufachberater Dipl.-Ing. Holger Hohage auch zur Beratung im bauordnungsrechtlichen Bereich einsetzbar. 

Die durchgeführte Verankerung erfolgte ingenieurmässig in  Analogie zur Aufbau- und Verwendungsanleitung der Gerüsthersteller. Auszugversuche für die verwendeten Gerüstdübel im Mauerwerk wurden in diesem Sonderfall nicht durchgeführt, weil zum Zeitpunkt des Einsatzes (nachts) kein Gerät zum Ausziehen von Dübel zur Verfügung stand. Außerdem wurden die beiden Eckverankerung in der Stahlbetonbalkonplatte durchgeführt. Zusätzlich wurde als sekundäre Sicherung, ein baurechtlich zugelassener Dübel (Schwerlastdübel) in Stahlbeton eingebaut und mit  Spannanker in jeder Balkonetage auf das Gerüst aufgelegt.









© THW Witten, Goethestraße 8-12, 58453 Witten




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